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Psychosoziales Traumazentrum für Flüchtlinge

Einen Kurzfilm über die Arbeitsweise des Psychosozialen Traumazentrums sehen Sie hier

ZIELGRUPPE

Das Projekt richtet sich an Flüchtlinge, die aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten nach Deutschland gekommen sind. Grundsätzlich soll nicht unterschieden werden, ob die Flüchtlinge eine gute oder weniger wahrscheinliche Bleibeperspektive haben. Allerdings ist die Zielgruppe, die z. B. aus Syrien, anderen afrikanischen Bürgerkriegsländern oder Afghanistan kommt und häufig lange und gefährliche Fluchtwege hinter sich hat, wahrscheinlich stärker von Traumata betroffen als z. B. Flüchtlinge aus den Balkanstaaten.
Die Angebote richten sich besonders an Familien mit Kindern, Frauen, Mädchen und Alleinreisende.

Die Zielgruppe unseres Projektes sind Flüchtlinge, die unter einem Trauma, einer posttraumatischen Belastungsstörung oder anderen psychischen und/oder somatischen Folgeerkrankungen leiden, wie z. B. körperliche Schmerzen in verschiedenen Bereichen wie Herz, Magen/Darm, Schlafstörungen etc. Als emotionale psychische Reaktionen treten bei Traumata oft ein ständiges Wiedererleben des Traumas in Form von Alpträumen oder quälenden Erinnerungen auf. Weitere Ausprägungen oder auch Folgen können Angststörungen, Depressionen, Interesselosigkeit, ein erhöhtes Kontrollbedürfnis bei sich und anderen, aber auch Aggressivität und Gewalt sein.

Die massive seelische Verletzung behindert die Alltagskompetenz Betroffener und kann auch den Erwerb neuer Fähigkeiten, z. B. das Erlernen der deutschen Sprache, eine Berufsausbildung oder bei Kindern das schulische Lernen etc. durch Konzentrationsstörungen erschweren. Der Heilungsprozess von Körper und Seele braucht Zeit und Unterstützung durch Verwandte und Freunde, ein stabiles Umfeld, das Sicherheit, Wärme und Ruhe, aber auch die Möglichkeit zur Ablenkung, Entspannung beinhaltet. Daneben benötigen Traumaüberlebende dringend auch Gelegenheiten, eigene Kompetenzen zu entfalten und neue erwerben zu können, um wieder Erfahrungen der Selbstwirksamkeit zu machen.

Ziel ist es, dabei zu unterstützen, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, die Selbständigkeit zu fördern und eine Perspektive zu entwickeln. Dafür werden unterstützende Angebote gemacht. Wichtige Aspekte auf diesem Weg der Verarbeitung können Hilfen sein, das Schweigen zu brechen, eine Einordnung eigener Symptome und Verhaltensbesonderheiten zu erhalten und zu erleben, dass andere Betroffene ähnliche Erfahrungen teilen.

Unser Projekt will ein regionales Kompetenzzentrum aufbauen, das zur zentralen Anlaufstelle für traumatisierte und psychisch stark belastete Flüchtlinge wird und ein abgestuftes Angebotsnetz schafft.

Einen Kurzfilm zum Thema: Verdacht eines Traumas finden Sie hier.

UMSETZUNG

In den verschieden Zentren des Trägers oder bei Partnern werden in verschiedenen Städten Infoveranstaltungen sowie Fortbildungen über Trauma und mögliche Hilfen für Betroffene und für Partner im System angeboten.

Zugehend werden durch die Informations- und Beratungsangebote in den Flüchtlingsunterkünften oder bei Initiativen der Flüchtlingsbetreuung die Betroffenen angesprochen.

Mit einem Fragebogen werden bei allen Partnern im medizinischen, psychosozialen und psychiatrisch/therapeutischen Bereich deren Möglichkeiten erfasst und nach bestimmten Indikatoren kategorisiert, wie z. B. der Qualität der Angebote, die vorhandene Sprach- und interkulturelle Kompetenz und die Wartezeit. Das gilt für stationäre und ambulante Angebote sowohl für Einzelne wie in der Gruppe.
Die Ergebnisse werden in mehreren Sprachen für die Flüchtlinge aufbereitet und für die Netzwerkpartner ständig aktualisiert zur Verfügung gestellt.

Die Angebote zur Bildung/Weiterbildung, Arbeit/Ausbildung, Freizeit/Sport, die primär andere anbieten, werden als Adressen weitergeleitet bzw. das Zentrum kann an Flüchtlinge und Helfer verweisen.

Dazu wird ein Erstberatungsangebot installiert, in dem innerhalb von ein oder zwei Terminen der Bedarf und mögliche Zuständigkeiten oder Wege zur richtigen Hilfe abgeklärt werden. Dazu ist ein standardisiertes, auf Kompetenzen der Erstberater(innen) abgestimmtes System nötig, das Innosozial schon seit Jahren erfolgreich für Klient(innen) mit ungeklärter Problematik nutzt.

Als niederschwelliges Beratungsangebot für traumatisierte und anderweitig Hochbelastete und für besonders benachteiligte Zielgruppen dienen Gruppenangebote, die als angeleitete oder später auch durch Flüchtlinge selbst organisierte Gruppen entwickelt werden.
Den Peer to Peer-Angeboten, wo sich Flüchtlinge gegenseitig unterstützen, wo Selbsthilfe entsteht und gefördert wird, wird dabei ein besonderer Stellenwert zugemessen.

Dazu können ein Lauftreff für Männer, Mädchen- und Frauengruppen, Entspannungsgruppen, Gruppen zum kreativen Ausdruck oder Spiel-Kleingruppen für Kinder im Grundschulalter und freizeitpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche gehören.

Zur Vermittlung in das weitergehende Hilfesystem bei Innosozial und Partnern dient das breitgefächerte Angebot von Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien, für behinderte und psychisch kranke Menschen, in das Flüchtlinge nach Indikation zur Einzelfallhilfe oder in Gruppenangebote vermittelt werden.

TEAM

Das Team setzt sich aus zwei Psychologinnen und einer Dipl. Sozialarbeiterin zusammen mit Zusatzqualifikationen in der Trauma-Therapie und der systemischen Beratung.

KONTAKT

Frau Jacqueline Gehrcke / Koordination
Am Röteringshof 34-36
59229 Ahlen
Tel.: 02382 7099-82/-0
E-Mail

Frau Arezoo Chaharlang
Am Röteringshof 34-36
59229 Ahlen
Tel.: 02382 7099-82/ -0
E-Mail

Frau Angelika Dittmann
Am Röteringshof 34-36
59229 Ahlen
Tel.: 02382 7099-98/-82
E-Mail

 

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