Innosozial gGmbH


Gleiche Kinder - gleiche Chancen

Projektlaufzeit: 01.05.2018 - 30.04.2020

ANLASS UND ZIEL

Seit der vollen Freizügigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union 2014 gilt auch die Stadt Ahlen als Zuzugsort vieler Familien aus südosteuropäischen Ländern - vor allem aus Bulgarien und Rumänien. Die meisten Zugewanderten kommen mit Familie nach Ahlen, d. h. auch mit Klein- und Schulkindern.
Die meisten südosteuropäischen Familien kommen nach Deutschland wegen der Chancen- und Perspektivlosigkeit in den Heimatländern, wegen Diskriminierung auf Grund ethnischer und sozialer Herkunft oder rassistischen Übergriffen. Die Zugewanderten aus Bulgarien und Rumänien gehören zu den am stärksten benachteiligten und oft trotz einer Erwerbstätigkeit zu den am stärksten von Armut, sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit bedrohten Personen in Deutschland.
Die Kinder aus den o.g. Ländern haben in der Regel einen schweren Zugang zu Mechanismen und Formen der gesellschaftlichen Teilhabe und werden von Partizipationsmöglichkeiten ausgegrenzt. Dies führt sehr oft dazu, dass sie nicht optimal gefördert werden und demzufolge ihre weitere berufliche und persönliche Entwicklung schwer beeinträchtigt wird.
Das Projekt "Gleiche Kinder – gleiche Chancen" setzt sich mit gemeinsamen europäischen Problemen auseinander, wie soziale Ungleichheit und Ausgrenzung sowie Rassismus und Antiziganismus.

ZIELGRUPPE

Das Projekt richtet sich in erster Linie an südosteuropäische Kinder im Grundschulalter und ihren Familien. Anhand der geplanten Aktivitäten zielt das Projekt durch seinen klaren antirassistischen Charakter darauf, die neuzugewanderten Kinder vor Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen zu schützen und Raum für ihre Selbstentfaltung zu schaffen.

DIE MAßNAHMEN

Das Projekt besteht aus drei Bausteinen. Um die Kinder optimal zu fördern, sind sowohl das schulische Umfeld als auch die Eltern bei den angebotenen Projektaktivitäten gezielt miteinbezogen.

Kulturbrücke
Ziel ist es, Chancengleichheit im schulischen Kontext zu fördern sowie Konfliktsituationen im unmittelbaren Umfeld der Kinder zu überwinden und sie dort zu stärken.
In direkter Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeiter*innen und Lehrer*innen wurde eine offene Sprechstunde an einer Grundschule in Ahlen installiert. Die Fachkräfte aus dem Projektteam, die über Kenntnisse der eingeschränkten Rechts- und Lebenssituation der Zielgruppe verfügen, können einerseits Kinder und deren Eltern, wenn notwendig, auch in ihrer Muttersprache, über die Regeln und Erwartungen von Schule informieren und beraten. Anderseits können sie das Lehrpersonal für die Bedürfnisse der Zielgruppe sensibilisieren und den Dialog mit den Kindern und deren Eltern fördern.

 Offene Beratung für Eltern in bulgarischer Sprache an der Diesterwegschule (188KB)



Eltern-Kind-Treff
Die Veranstaltungsreihe „Eltern-Kind-Treff“ ist ein pädagogisches Angebot für Grundschulkinder aus Südosteuropa und ihre Eltern. Bei den regelmäßigen Treffen steht als wesentlicher Projektbaustein die Erziehung und Kinderförderung in der Familie im Vordergrund. Die direkte und intensive Zusammenarbeit mit den Eltern soll dazu beitragen, dass die von Ausgrenzung betroffenen Kinder gleiche Zugänge zu außerschulischen Angeboten erhalten und neue Freizeitgestaltungsmöglichkeiten kennenlernen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einführung ins deutsche Bildungssystem, damit die zugewanderten Eltern in ihren Erziehungskompetenzen gestärkt werden und sich allmählich im Ahlener Alltag besser orientieren können.



Theaterpädagogik
Unter Leitung einer Theaterpädagog*in wird an einer Grundschule in Ahlen eine wöchentliche Theater-AG angeboten. Hier erhalten die Kinder eine Chance Musikinstrumente, Spiel- und Gesangtechniken sowie Tänze und Darbietungskunst zu erproben. Durch das regelmäßige Angebot in ihrem unmittelbaren Sozialraum und einer ihnen sehr vertrauten Gruppe entdecken die Teilnehmenden eigene Talente und stärken ihre Fähigkeiten und soziale Kompetenzen. Durch das Zusammenbringen junger Menschen aus verschiedenen Kulturen wird ein positives Bewusstsein für Diversität geschaffen. Die gruppendynamischen Aktionen fördern in besonderer Weise den Dialog und bekämpfen somit Rassismus und Einstellungen, die zu Ausgrenzung führen können.
Am Ende werden die jungen Künstler*innen durch einen öffentlichen Auftritt das Erlernte einem breiten Publikum präsentieren und erste Bühnenerfahrungen und Erfolgserlebnisse sammeln.

ANSPRECHPARTNERINNEN:

Agnieszka Bednorz
Projektleitung
Tel.: 02382 7099-412
E-Mail

Olga Vasileiadou
Tel.: 02382 7099-200
E-Mail

Förderung durch den LWL

Kooperationspartner:

Diesterwegschule


Ausdruck aus: http://www.innosozial.de:8080/warendorf/content/e4903/e6046/e8790/index_ger.html
[ Startseite Integration | Inklusion Projekte Bereich Integration Gleiche Kinder - gleiche Chancen ]
© 2019  Innosozial gGmbH