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Projekt Islam 2030 - Zukunft gemeinsam gestalten



Buchneuerscheinung

Zum Inhalt

Wenn der Islam als religiöse und gesellschaftliche Kraft mehr Akzeptanz in Deutschland und Europa erfahren soll, geht das nicht ohne eine zeitgemäße Auslegung des Koran und nicht ohne eine stärkere Orientierung an den sozial-emanzipativen Errungenschaften der sozialen Bewegungen der letzten 50 Jahre, die unser westliches Werteverständnis geprägt haben.
Dietmar Zöller analysiert – auch anhand von Studienergebnissen –, was sich in der Debatte und in der Praxis der Integration aus der Perspektive seiner Erfahrungen ändern muss. Und er beschreibt die Schwächen in Integrationstheorien, die Tabus im linksalternativen Spektrum und plädiert für mehr Ehrlichkeit und Offenheit in der Integration.
Für mehr gesellschaftliche Teilhabe, aber auch für ein größeres gesellschaftliches Engagement der Muslime in der Zukunft stellt der Autor 20 Schlussfolgerungen für die (fach-)politische Debatte und für kommunales Handeln zur Diskussion.

Dietmar Zöller war lange Jahre Kreisgeschäftsführer des Paritätischen und leitet nun ein großes Sozialunternehmen, in dem er über 10 Jahre – auch überregional und in Kooperationen mit Institutionen in der Türkei – innovative Konzepte entwickelt und Maßstäbe gesetzt hat.

Erscheint im Projekt Verlag Mitte März
ISBN 978-3-89733-418-2
19,80 EUR



Beschreibung des Projektes Islam 2030

Grundlagen für das Projekt

Der Paritätische/Die PariSozial hat auf der Grundlage des Projektes "Ahlen 2030 - Teilhabe und Verantwortungsübernahme von Migranten stärken" aus dem Jahr 2012 in 2013 eine Weiterentwicklung der Erforschung von Zukunftsfragen in Gang gesetzt.

Während es bei "Ahlen 2030" darum ging, eine Perspektivendiskussion für 2030 in Ahlen anzustoßen, in dem das Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten in den 5 Handlungsfeldern: Freizeitverhalten, Engagement, Wirtschaft und Konsum, Identifikation und Bildung, untersucht wurde und die Aussichten für die Zukunft und Handlungsbedarfe und Ziele benannt werden sollten, geht es in der neuen Studie um die Frage "Wie leben wir mit dem Islam im Jahr 2030.

Fragestellung für die Studie

Wie wird sich dann, wie "Ahlen 2030" feststellte, in allen größeren und mittleren Städten in NRW, wo Bergbau, Stahl und große Fabriken vorherrschend waren und mehr als die Hälfte der Menschen einen Migrationshintergrund (und darunter die weitaus meisten einen islamischen Hintergrund haben), das Zusammenleben gestalten?

Auf was müssen sich Menschen und Politik einstellen, wo gibt es Handlungsbedarf in verschiedenen Feldern z. B. Moschee-Entwicklung, Altenpflege (ambulant vor stationär – muslimische und gemischte Einrichtungen), Begräbnispraxis (getrennte, gemeinsame Friedhöfe, Bestattungsform), soziale Kontrolle in muslimischen Communities oder durch diese auch in anderen Bereichen wie Schulen.
Wo treffen wirklich durch Religion des Islam oder aber Tradition geprägte Werte und Verhaltensweisen so konflikthaft auf westlich orientierte und von Aufklärung und Emanzipation geprägte Vorstellungen, so dass ein friedliches Miteinander und ein gemeinsames Werteverständnis in Frage gestellt sind.

Wie können diese Konflikte entschärft, bearbeitet und tolerant gelöst werden?

Verfahren und Ablauf der Studie

1. Wer wird befragt und wie wird befragt?

  • Zielgruppe sind Muslime, Angehörige anderer Religionen und Menschen ohne Religion - in repräsentativem Verhältnis, wie es der Bevölkerung entspricht
  • Muslime: 75-80% türk. Herkunft und der Rest anderer Herkunft
  • Nichtmuslime: Deutschstämmige zu 75% und der Rest Osteuropäer und andere Zuwandererkulturen
  • 20-60-Jährige, weil die einerseits in 2030 die relevante Gruppe von „Entscheidern“ sind oder sich mit den angedachten Themen befassen oder befassen müssen und Auskunft über Entwicklungen geben. Die erste Generation der über 60-Jährigen ist schon erfasst und wird in 2030 für viele Fragen nicht mehr so relevant sein.
  • Erfassung von Alter, Bildungsstand, erwerbstätig, arbeitslos, ohne Registrierung (z. B. Hausfrauen)
  • schriftliche Interviews durch einen Fragebogen
  • qualitative Interviews aus den Städten Münster, Hamm und Ahlen und darüber hinaus von Experten Multiplikatoren in NRW aus Politik, Religion gesellschaftlichen Bereichen (ebenfalls möglichst ausgewogen)

2. Themen und Zielrichtung – was soll erfasst werden?

  • Ziel muss das Herausfinden wirklicher sachlich begründbarer oder vorliegender Konfliktlinien, die in unterschiedlichen Werten und Verhaltens- /Lebensgewohnheiten liegen, aber auch die Erfassung „ gefühlter“ Probleme (Vorurteile, Ängste, Unsicherheiten, Zuschreibungen) sein.
  • Wo werden sich relevante Veränderungen ergeben und wie reagieren Gruppen, Muslime, Mehrheitsbevölkerung, andere religiöse Richtungen darauf - zum Beispiel die christlichen Kirchen auf Zunahme von Moscheen?
  • Welche Leitlinien in den verschiedenen Kulturen gibt es bzw. wie beinflusst Religion die Lebenswelten in Deutschland und wie nehmen Außenstehende das wahr
  • Stellung der Religion in modernen demokratischen Gesellschaften:
  • Kritikfähigkeit, Selbstkritik, Islam und Demokratie etc.
  • Toleranz gegenüber Andersgläubigen,
  • Menschenrechte und Religion

1. Schriftlicher Fragebogen:

In den 3 Städten Ahlen, Hamm und Münster sollen (je nach Einwohnerzahl) im Zeitraum von September/Oktober 200 - 300 Fragebögen ausgefüllt werden. Orte der Erfassung sollen Elternabende, Freitagsgebete, Märkte und weitere Treffpunkte sein, wo die Fragebögen verteilt und abgeholt werden.
Die Integrationsteams der Städte werden beteiligt bzw. für die Umsetzung genutzt.

Eine weitere repräsentative Gruppe soll an Flughäfen in NRW erreicht werden, indem dort Fragebögen verteilt und ausgefüllt werden.

2. Qualitativer Teil

  1. Drei offene Interviews mit einem muslimischen Mann, einer muslimischen Frau und einem nichtmuslimischen eher konservativen Bürger werden genutzt, um Themen und Fragestellungen herauszufinden.
  2. Workshop am 21.09.2013 in Hamm mit etwa 20-25 Vertretern aus den 3 Städten, die gemischt nach Kriterien muslimisch/nichtmuslimisch, Frauen/Männer, Funktionäre und einfache Bürger, die in den Interviews erfassten Themenbereiche diskutieren.
  3. Qualitative Interviews von je 10 - 15 Akteuren aus der Zivilgesellschaft aus den 3 Städten.

3. Verfahren Auswertung und Präsentation

  • Die Fragebögen werden mittels SPSS ausgewertet (durch die Kath. FH Münster)
  • Die Interviews werden transkribiert.
  • Die Schlussfolgerungen folgen; Termin wird noch bekannt gegeben
  • Im März hat eine interne Präsentation stattgefunden

Weitere Informationen:

Dietmar Zöller
Zeppelinstr. 63
59229 Ahlen
Tel.: 02382 7099-14
Fax: 02382 7099-29
E-Mail

 



 
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