Seite drucken   Sitemap   Mail an Innosozial   Hinweise zur Änderung der Schriftgröße  
Startseite Über uns Pressemeldungen der Innosozial gGmbH  · 

Pressemeldungen der Innosozial gGmbH

Anmerkung in eigener Sache:
Aus Gründen des Urheberrechtes sind hier nur solche Pressemeldungen abgebildet, die die Innosozial an die Presse mit der Bitte um Veröffentlichung eingereicht hat.
Darüber hinaus gibt es in der Tagespresse weit aus mehr Artikel zu konkreten Veranstaltungen, zukünftigen Entwicklungen oder durchgeführten Konzeptionen bzw. Projekten des Unternehmens.

Ahlen, 23.03.2021

Gemeinsam gegen Rassismus!

Die internationale Woche gegen Rassismus findet im Jahr 2021 pandemiebedingt in einer ungewöhnlichen Situation im Vergleich zu den Vorjahren statt. Besonders in diesen schwierigen Zeiten darf aber die Botschaft der internationalen Woche gegen Rassismus nicht in Vergessenheit geraten.
Mit dieser Zielsetzung treten die Integrationsagentur und der Fachdienst Integration der Innosozial gGmbH nun in die Öffentlichkeit und stellen sich auf eine besondere Art erneut vor. Organisiert und durchgeführt vom Fachdienst Integration findet anlässlich der internationalen Woche gegen Rassismus die Fotoaktion von Innosozial gegen Rassismus dieses Jahr Corona-bedingt ohne Publikum aber immerhin mit einer deutlichen antirassistischen Botschaft statt. Das Motto der Aktion „Gemeinsam gegen Rassismus“ ist eindeutig. Die Umsetzung will die Vielfalt in unserer Gesellschaft aufzeigen und wertschätzen, indem die Fachkräfte des Fachdienstes Integration das Motto auch in den eigenen Muttersprachen formulieren und vorzeigen. Eine bunt gemischte Collage der antirassistischen Botschaft in unterschiedlichen Sprachen lässt sich vom Innosozial-Team präsentieren und für mehr Akzeptanz plädieren: Deutsch, Bulgarisch, Kurdisch, Arabisch, Türkisch, Polnisch, Griechisch und Englisch sind auf den Plakaten abgebildet.
Dadurch stellt sich das interkulturelle Fachteam auf diese besondere Art vor, präsentiert stolz anhand der vorhandenen Sprachkompetenzen die Vielfalt im eigenen Team und zeigt mithilfe der entstehenden Collage die gesamtbetriebliche Haltung gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Denn Innosozial versteht Integration als Querschnittsaufgabe und setzt sich schon seit 2008 aktiv für die gesellschaftliche Teilhabe von Migrant*innen und für ein gerechtes Miteinander ein. Das spiegelt sich nicht nur im breiten Spektrum der Angebote für Zuwanderer*innen und Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch in der eigenen Mitarbeiterschaft wider.
„Diese Aktion, die ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen will, repräsentiert unser Leitbild für eine inklusive Gesellschaft mit gleichen Teilhabemöglichkeiten und Chancen für alle. In einer solchen Gesellschaft wollen wir leben!“ unterstreicht Dietmar Zöller, Geschäftsführer von Innosozial gGmbH, die Aktion.

Foto (© Innosozial: Der Fachdienst Integration der Innosozial mit der eigenen Aktion gegen Rassismus. V. l. oben: Virzhinia Tsoneva, Dietmar Zöller, Hatice Yesilyaprak, Fatma Arslan / v.l. unten: Minas Baschar, Agnieszka Bednorz (Fachdienstleitung), Ergül Aydemir und Olga Vasileiadou.



Ahlen, 12.03.2021

Digitale Umsetzung des Projekts „Gleiche Kinder - gleiche Chancen“ für zugewanderte Familien aus Südosteuropa während der Pandemie

Das Innosozial-Projekt „Gleiche Kinder - gleiche Chancen“ richtet sich in erster Linie an zugewanderte südosteuropäische Kinder im Grundschulalter und ihre Familien. Das Projekt zielt durch seinen klaren antirassistischen Charakter darauf ab, die neuzugewanderten Kinder vor Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen zu schützen und Raum für ihre Selbstentfaltung zu schaffen.
Seit 2018 werden im Rahmen des Projekts eine Kulturbrücke, eine theaterpädagogische Arbeitsgemeinschaft die „Erlebniskiste“, Lernförderung und ein Eltern-Kind-Treffen angeboten. Bisher wurden die Angebote in Präsenz durchgeführt. Durch die Pandemie-Einschränkungen ist die Umsetzung allerdings in der bisherigen Form nicht mehr möglich, alle Bausteine des Projektes wurden digitalisiert. „Sehr erfreulich ist es, dass die digitalen Angebote sehr gut angenommen wurden. Das Interesse der Zielgruppe ist hoch. Auch wenn organisatorische und technische Herausforderungen überwunden werden mussten, ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend“, erklärt Projektleiterin Agnieszka Bednorz.
Beispielsweise stand bei der Erlebniskiste ursprünglich eine Aufführung eines Theaterstücks „Schneewittchen“ auf dem Plan. Seit der Schließung der Schulen findet die Erlebniskiste nun digital statt. Für die Online-Treffen bekamen die Kinder zu Hause eine Tasche mit Bastelmaterialien und treffen sich wöchentlich per I-Serv. Statt einem Theaterstück erstellen die Kinder nun ihre eigene Foto-Geschichte als Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller „Das Posen macht ihnen großen Spaß, jedes Kind findet seine Lieblingsrolle. Eine Schülerin findet z. B. die Hexe am besten. Sie macht eine Grimasse und formt ihre Hände zu Krallen, dann hebt sie noch einen Apfel in die Höhe und die anderen Kinder lachen“ erzählt die Theaterpädagogin Lisei Riemer. Diese Posen werden von den Eltern fotografiert und in das Foto-Story-Buch eingeklebt. Für Ende April ist eine kleine Ausstellung der Foto-Stories geplant.
Die regelmäßigen Eltern-Kind-Treffen als ein weiterer Baustein des Projekts werden ebenfalls digital durchgeführt. Gerade in der schwierigen Zeit nutzen die Eltern die Möglichkeit, ihre individuellen Wünsche und Bedarfe zu äußern, die thematisch in die Veranstaltungen einfließen. Beim letzten Treffen wurde z. B. auf Wunsch das Thema „Bildungssystem in NRW, Informationen für Eltern im Grundschulalter“, behandelt. „Das Interesse der Familien aus Südosteuropa ist sehr hoch, in der Pandemie Zeit haben neue Familien Unterstützung und Beratung bei uns gesucht und sind über die digitalen Angebote sehr dankbar“, erklärt Ergül Aydemir, Projektmitarbeiterin.
Der Vorteil an digitalen Angeboten ist, dass die Eltern z. B. bei der Lernförderung mit ihren Kindern zusammen Übungen machen und dabei auch die Sprache lernen. Die Eltern dürfen ihre Kinder beim Lernunterstützungsangebot begleiten und dadurch einen Einblick in pädagogische Lernförderungsstrategien und Methoden gewinnen, um ihre Kinder zu Hause beim Lernen besser unterstützen zu können. Durch das digitale Angebot können sie sogar mit ihren Kindern mitmachen.
„Auch unser Projekt-Baustein Kulturbrücke wird weiterhin sehr gut in Anspruch genommen, auch wenn Beratung derzeit nur telefonisch sattfinden kann. Vor allem die zugewanderten Familien haben während der Pandemie Zeit viele Sorgen, sie sind von der sozialen Ausgrenzung in der Pandemie-Zeit sehr stark betroffen und benötigen mehr Unterstützung“, so Aydemir weiter.
Weitere Infos zum Projekt sind auf der Webseite www.innosozial.de sowie in den sozialen Netzwerken bei Facebook unter Innosozial gemeinnützige GmbH nachzulesen.

(C) Foto: Innosozial



Ahlen, 04.03.2021

Projekt „Sport macht stark – starke Mädchen durch Fußball“

Innosozial zeigt Flagge – trotz Corona am Ball bleiben!

Der Fachdienst Integration von Innosozial, bestehend aus einem interdisziplinären und interkulturellen Team mit mehrjähriger Erfahrung in der Integrationsarbeit, hat sich die Antidiskriminierungsarbeit, Beratung sowie die gesellschaftliche Teilhabe und Mitwirkung der zugewanderten Menschen zur Aufgabe gemacht. Nach dem Motto, dass jeder Mensch – bei aller Verschiedenheit – gleiche Chancen auf ein Leben in Würde hat, setzt sich der Fachdienst dafür ein, Begegnung zu ermöglichen, Vertrauen zu schaffen und Engagement zu fördern.
Auch in diesen schwierigen Zeiten bemüht sich das Team vom Fachdienst Integration in Kontakt mit den Ahlener Bürger*innen zu bleiben. Ein besonders erfolgreiches Beispiel dieser Bemühungen lässt sich im Projekt „Sport macht stark – starke Mädchen durch Fußball“ für Grundschulmädchen aus Ahlen feststellen. Das Mädchenfußballprojekt begleitet anhand der Förderung von LWL schon jahrelang die Ahlener Mädchen sportlich, fördert Freude und Spaß am Fußballsport und die Teilhabe von Mädchen und Frauen in der ‘Männerdomäne’ Fußball. Trotz der enormen Herausforderungen als Folge der Corona-Pandemie ist es dem Projektteam gelungen, für die Grundschulmädchen regelmäßige Sportangebote zur individuellen Freizeitgestaltung anzubieten. Somit wurde der Kontakt zu den Grundschulmädchen aufrechterhalten.
Gemeinsam mit dem kooperierenden Fußballverein ROT WEISS Ahlen und seiner Frauen- und Mädchenabteilung wird digitales Fußballtraining angeboten, was zum einen in Form von Fußballtrainingsvideos auf der Homepage von Innosozial regelmäßig hochgeladen wird. Diese Trainingsvideos sind jederzeit abrufbar und dienen den jungen Fußballerinnen als Anregung für das (Einzel)Training zu Hause oder unter freiem Himmel. Das jüngste Sportangebot „Fußball-Online“ sorgt auch während des Lockdowns dafür, dass die teilnehmenden Mädels körperlich fit bleiben. Unter Anleitung vom Delta Fitnessstudio erhalten die Mädchen wöchentliches Fitnesstraining von Expert*innen in Form von Live-Training! Fußballtrainerinnen und Trainer sind auch dabei, trainieren mit den Mädels und sorgen über Videokonferenz dafür, dass sie von zuhause aus die vorgestellten Übungen richtig (nach)machen, richtig Spaß am Training haben und weiterhin „am Ball“ bleiben! „Die digitalen Angebote und insbesondere das Live-Training einmal die Woche kommen super gut bei den Kids an! Sie sehen per Video ihre bekannten Gesichter, auch ihre Freundinnen und trainieren im Endeffekt gemeinsam mit ihren Trainerinnen, wie sie es vor Corona in der Schule gemacht haben. Es ist uns dadurch gelungen, negativen Energien ein Ventil zu geben!“ berichtet Olga Vasileiadou aus dem Projektteam. „Man muss bedenken, welche enorme Auswirkungen die aktuelle Situation auf diese Kids hat. Solange die Mädchenfußball-AGs an den kooperierenden Grundschulen nicht stattfinden, bemühen wir uns, dass sich die Mädchen mindestens virtuell miteinander treffen können und gemeinsam trainieren. Die Familien sind momentan für jedes Unterstützungsangebot dankbar und für uns heißt es, dass das Projekt damit zum Abbau von sozialer Isolation und Segregation weiterhin beigetragen hat.“ ergänzt Agnieszka Bednorz, Leiterin des Fachdienstes Integration.
Weitere Infos finden Sie auf unserer Homepage www.innosozial.de und unserer Facebook Seite www.facebook.com/Innosozial

Mit neuen Angeboten will das Team vom Fachdienst Integration in 2021 durchstarten. V. l.: Minas Baschar, Fatma Arslan, Hatice Yesilyaprak, Agnieszka Bednorz, Olga Vasileiadou und Ergül Aydemir. (c) Foto: Innosozial



Kreis Warendorf, 01.03.2021

Jubiläum der Beratungsstelle VARIA

VARIA feiert 20 Jahre
Vor genau 20 Jahren wurde der erste Beratungsstandort in Ahlen eröffnet. Weitere Standorte in Beckum, Warendorf, Oelde und Hamm folgten. VARIA ist eine anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle der Innosozial gGmbH und arbeitet in Kooperation mit dem pro familia Landesverband NRW e. V.
In 20 Jahren hat das Team mehr als 12.500 Frauen, Männer, Paare und Jugendliche zu den Themen Schwangerschaft, Elternsein, Sexualität und Familienplanung beraten. Insgesamt konnten seit Beginn etwa 3.000 sexualpädagogische Projekte in Schulen und Einrichtungen, an Elternabenden und Fortbildungen für Teams von Kindergärten oder Behinderteneinrichtungen durchgeführt werden. Die Angebote zur sexuellen Bildung für Kinder, Jugendliche, Eltern und pädagogischen Fachkräften erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Projekttermine für Grund- und weiterführende Schulen sind meist schnell ausgebucht. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte bestätigen, dass sie die von VARIA angebotenen Aufklärungsprojekte als sehr wichtige Ergänzung zum Unterricht erleben. Auch das Interesse an Fortbildungen und Vorträgen zum Thema kindlicher und jugendlicher Sexualität ist in den Jahren kontinuierlich gestiegen. Ergänzt wurde das vielfältige Beratungs- und Sexualpädagogische Angebot der Beratungsstelle durch Elternabende und Vorträge für werdende Eltern und solche mit kleinen Kindern.
Bei VARIA arbeiten aktuell sieben Kolleg*innen und eine Honorarkraft. Das Team ist vor 20 Jahren mit den vier Kolleginnen Gaby Blomann, Dr. Katja Barenbrock, Marita Röhm und Irmgard Husmann gestartet. Für alle vier ist es also auch ein Dienstjubiläum. „Das ist schon etwas sehr besonders“, freut sich Irmgard Husmann, Leitung der Beratungsstelle.
Das Team hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, vielfältige und wohnortnahe Angebote rund um Schwangerschaft, Sexualität und Familienplanung anzubieten und kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Auch in Zeiten der Pandemie haben wir unsere Angebote angepasst. Wir beraten unter Einhaltung der Corona Bestimmungen die Ratsuchenden weiterhin persönlich“, berichtet Husmann weiter, „denn gerade in Schwangerschaftskonfliktsituationen ist eine persönliche Beratung besonders wichtig.“ Zusätzlich bietet VARIA telefonische und Online Beratungen an, deren Anteil, Corona bedingt, gestiegen ist.
„Im Februar 2021 sind wir mit digitalen sexualpädagogischen Projekten für Schulklassen und Elternabende gestartet“, erklärt Stefanie Bohle.
Im Rahmen des 20. Jubiläums bietet das VARIA-Team drei kostenlose digitale Vortrags- und Fortbildungsangebote an.
Der erste Online-Vortrag „Von Mutterschutz bis Elternzeit“ richtet sich an Schwangere und werdende Eltern und findet am 22.03.2021 statt. Weiter geht es am 18.04.2021 mit einem Online-Workshop zur kindlichen Sexualität für pädagogische Mitarbeitende. An Eltern mit Kindern von 0-6 Jahren richtet sich der Online-Vortrag am 18.05.2021 mit dem Thema „Kindliche Sexualität“.
Wir bitten um Anmeldung an folgende E-Mail: varia-ahlen@innosozial.de
VARIA bietet Beratungen in den Städten Ahlen, Beckum, Oelde, Warendorf und Hamm an. Die Beratungen sind kostenlos. Terminvergabe und weitere Informationen zu den Angeboten unter: Telefon 02382/7099-0. Weitere Infos unter: www.innosozial.de

Foto: Das Team der Beratungsstelle VARIA (v. l.): Dr. Katja Barenbrock, Bela Bartels, Gabriele Blomann, Stefanie Bohle, Irmgard Husmann, Marita Röhm, Runa Schaffer und Bastian Weitzner



Ahlen, 08.02.2021

Sozialausschuss des Kreises lehnt die Förderung des PTZ (Psychosoziales Traumazentrum für Flüchtlinge) der Innosozial ab.

Stellungnahme des Geschäftsführers Dietmar Zöller:

In der vorigen Woche haben der Ausschuss für Soziales und Gesundheit der Stadt Ahlen und das entsprechende Gremium des Kreises Warendorf über Zuschussanträge des Psychosozialen Traumazentrums (PTZ) der Innosozial beraten.
Innosozial hatte sowohl an die Stadt Ahlen wie an den Kreis Warendorf einen Antrag in Höhe von jeweils 15.000 Euro gestellt. Während in Ahlen der Zuschuss zumindest über 10.000 Euro bewilligt wurde, hat im Kreistag eine Mehrheit von CDU und FDP den Antrag abgelehnt. Offensichtlich ist das noch nicht das Ende des Prozesses, denn die FDP mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Markus Diekhoff hat gegenüber dem Innosozial Geschäftsführer versichert, dass es sich im Sozialausschuss um ein Malheur gehandelt habe und sie im Kreisausschuss den Antrag befürworten werden. „Denn was wir im Landtag für richtig erachten, dazu stehen wir auch im Kreis Warendorf“, so Diekhoff. Und die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken wollen die Ablehnung so nicht hinnehmen, weil die Arbeit des PTZ in Zahlen und durch die Unterstützung von Krankenhäusern, Ärzten, Schulen und sozialen und kommunalen Diensten deutlich unter Beweis gestellt hat und als wichtiger Partner geschätzt wird.
Zur Erinnerung: Vor allem auch die Landtagsabgeordneten der CDU, Henning Rehbaum und Daniel Hagemeier sowie der FDP Abgeordnete Markus Diekhoff haben das PTZ über lange Zeit begleitet und sich vehement für die Landesförderung im Jahr 2020 eingesetzt.
„Und wenn das Land fast 90 % der Kosten finanziert, dann wird doch mit einer eher kleinen Summe in der Region viel für die Flüchtlinge mit traumatischen Störungen getan“, begründet Geschäftsführer Zöller den Nutzen für die Betroffenen und den Gewinn für den Kreis Warendorf, weil in den letzten Jahren über 400 Flüchtlinge Hilfe im PTZ erhalten haben.

Das im Ausschuss des Kreises vorgebrachte Argument, dass ja immer weniger Flüchtlinge kämen und so die Ablehnung begründet, ignoriert nicht nur die Zahlen, sondern zeigt von wenig Kenntnis über traumatische Störungen oder hohe Belastungen durch Flucht und Vertreibung. Es ist nicht so, dass Flüchtlinge direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland als erstes über ihr Trauma sprechen, sondern zunächst suchen und schätzen sie die Sicherheit, eine geheizte Unterbringung und genug zu essen – all das, was sie oft Jahre entbehren mussten. Das kann Ängste und Traumata ein Stück weit verdrängen helfen oder auch bewältigen, vor allem wenn Sprachkurse, Orientierung bei Schule, Wohnung und Arbeit und Einstellen auf eine neue Welt das Denken und Fühlen der betroffenen Personen in Beschlag nehmen.

Über Traumata zu sprechen, verlangt die Bereitschaft und oft auch Überwindung, wie es bei allen Menschen ist, die Hilfe brauchen. Oder die Traumata brechen sich mit Macht Bahn, vor allem, wenn Hoffnungen auf Asyl und Wünsche nach geordnetem Leben nicht so schnell in Erfüllung gehen. „Beide Situationen führen Menschen ins PTZ – in der Regel auf Vermittlung von Institutionen und oft von ehrenamtlichen Begleiter*innen“, sagt Dietmar Zöller.
Anzunehmen, dass Flüchtlinge, die nicht sofort nach ihrer Ankunft ihre Traumata oder psychischen Belastungen offenbaren, keine hätten, oder später keine Unterstützung bräuchten, ignoriert jegliche fachliche Einschätzung und lässt traumatisierte Menschen im Stich und fördert Chronifizieringen und die langjährige oder dauerhafte Unfähigkeit, das Leben selbst zu gestalten.
Unbearbeitete Traumata können körperliche und psychische Folgestörungen hervorrufen, die die Gesellschaft und die öffentlichen Kassen weit mehr belasten als die Mitfinanzierung des PTZ. So hat es neben Ahlen auch die Stadt Hamm gesehen, die einen Zuschuss in Höhe von 7.000 Euro zur Restfinanzierung leistet.



Ahlen, 04.02.2021

Neue sexualpädagogische Mitarbeiterinnen und digitale Angebote bei VARIA

Das sexualpädagogische Team von VARIA hat personelle Verstärkung bekommen. Neben den langjährigen Mitarbeiter*innen Bela Bartels und Bastian Weitzner ergänzen jetzt Stefanie Bohle und Runa Schaffer, beide erfahrene Sexualpädagoginnen, das Team.
Neu sind außerdem die digitalen Angebote von VARIA. Um Jugendliche in Zeiten von Corona nicht mit den Themen Liebe, Beziehungen und Sexualität alleine zu lassen, bietet VARIA ab sofort digitale Schulprojekte für die weiterführenden Schulen an. Auch Elternabende in Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen zum Umgang mit kindlicher und jugendlicher Entwicklung und Sexualität sind jetzt digital möglich.
Projektanfragen nimmt das sexualpädagogische Team unter 02382 7099-21 oder varia-jugend@innosozial.de entgegen.

Foto: Freuen sich auf rege Teilnahme an den neuen Angeboten (v.l): Bela Bartels, Stefanie Bohle, Bastian Weitzner und Runa Schaffer



Ahlen, 19.01.2021

Psychosoziales Traumazentrum für Flüchtlinge braucht auch weiterhin Unterstützung

Vor den Haushaltsplanberatungen wendet sich Innosozial noch einmal an die Fraktionen im Kreistag, in der Stadt Ahlen und in der Stadt Hamm mit der Bitte um Finanzierung von den nicht durch das Land NRW gedeckten Kosten für das Psychosoziale Traumazentrum (PTZ).
„In den vergangenen 4 Jahren sind wir zunächst mit 2 Vollzeitstellen von Stiftungen und ab 2020 vom Land NRW gefördert worden und haben in dieser Zeit mehr als 400 Flüchtlinge mit traumatischen Erfahrungen durch Therapie und Beratung begleitet“ – so fasst Innosozial Geschäftsführer Dietmar Zöller die Arbeit zusammen. Auch 2020 sind, wie in den Jahren zuvor, jeweils 120-140 neue Nachfragen im PTZ aufgetreten.
Traumata und weitere gravierende psychische Belastungen führen nicht sofort nach der Ankunft zu einer Behandlung, denn sonst müssten ja bei nachlassenden Flüchtlingszahlen auch die Anfragen im PTZ sinken. Dass das nicht so ist, erklärt die Koordinatorin Jacqueline Gehrcke damit, dass oft am Anfang Sprache, Wohnen und Schule oder Arbeit anstehen und erst nach einer Orientierungsphase der Bedarf und die Bereitschaft für Therapie und Behandlung entstehen. Oder wenn bei Enttäuschungen über lange Asylverfahren, über schwierige Eingewöhnung und Isolation akute Krisen bis zu Suizidgefahr auftreten.
Das PTZ ist mit Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen mit Dolmetscher*innen und dem interkulturellen Hintergrund so aufgestellt, dass Diagnostik, Beratung und Therapie einzeln und in Gruppen möglich werden.
Unter Corona-Bedingungen wurde weitgehend über Telefon, WhatsApp und digitale Möglichkeiten der Kontakt und die therapeutische Begleitung gut gesichert.
„Allerdings finden auch unter Wahrung des Schutzkonzeptes Therapien im Haus statt“, versichert die leitende Psychologin Angelika Dittmann.
Mit dem PTZ hat die Region Ahlen/Hamm eine Institution, wie es keine andere gibt. „Wären wir nicht da, würden Flüchtlinge vermehrt bei Jugend- und Sozialämtern und Psychiater*innen auflaufen, die aber vielleicht auf lange Wartelisten bei niedergelassenen Therapeuten verweisen könnten oder sich mit den Problemen befassen müssten, wofür sie aber nicht die umfangreichen Qualifikationen wie das PTZ haben – von den entstehenden Kosten mal abgesehen. „So entsteht für die Fachkräfte mit dem PTZ eine Win-Win Situation für alle, weil Chronifizierungen und Kosten vermieden werden“, führt Zöller weiter aus.
Und es würden nach Auffassung der Psychologinnen ohne PTZ mehr stationäre Unterbringungen etwa im Rochus Hospital erfolgen und Kinder wären massiver bis hin zu Fremdunterbringung betroffen. „Stationäre Aufenthalte können wir natürlich nicht immer verhindern und deshalb freuen wir uns über die enge Zusammenarbeit mit dem Rochus Hospital, deren Mitarbeiter*innen wir immer anfragen können und die andererseits an uns zur Weiterbehandlung verweisen“, berichtet Angelika Dittmann.
„Wir sind mit allen öffentlichen und freien Beratungsinstitutionen in engem Austausch, machen Fortbildungen für Schulen und Einrichtungen und sind insofern ein wichtiger Baustein einer funktionierenden Versorgung für diese hochbelastete Zielgruppe“, erklärt die Koordinatorin Jacqueline Gehrcke zum Schluss. Weitere Infos unter: www.innosozial.de oder per Telefon: 02382 7099-82.

Foto: v.l . Jacqueline Gehrcke, Angelika Dittmann und Dietmar Zöller gehen auch in 2021 zuversichtlich an die herausfordernde Arbeit im PTZ .



Ansprechpartnerin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Elke Kreutzer
Zeppelinstr. 63
59229 Ahlen
Telefon: 02382 7099-24
Fax: 02382 7099-29
E-Mail

 



 
top